Im November verbrachten wir eine Woche in den Bergen bei Pistoia in der Toskana. Laura und Alberto fanden uns im Gasthof Eberhard auf ihrer Reise durch die Steiermark am Murradweg. Dann waren wir auf der Suche nach ein paar entspannenden Tagen vor den Weihnachtsfeiern und fragten sie um Rat: Wohin in der Toskana? Ihre Antwort, zu uns, Oliven ernten!
350 naturbelassene Olivenbäume, ein Esel, ein Hahn, eine Henne und ein Bernhardiner, das ist der Garten von Laura und Alberto hoch über Pistoia. Der Olivenhain ist nicht Broterwerb und so ist Pflanzenschutz kein Thema und Alberto setzt auch kein Spritzmittel gegen die Olivenfliege ein. Geerntet wird halt nur in den warmen, trockenen Jahren, wenn es nicht zum Befall kommt. Seit Anfang der neunziger Jahre leben sie in ihrem kleinen Paradies. Und dieses Jahr ist Alberto erstmals begeistert von der Qualität seines Öles, hat er uns berichtet. Wir ernteten fast 700 kg, lernten, dass man daraus 70 Liter Öl machen kann, welche Mühe es macht die Oliven von den Bäumen zu kämmen, in Netzen zu sammeln, für den Transport zur Ölmühle vorzubereiten. So brachten wir unser erstes selbstgeerntetes Olivenöl mit nach St. Michael in die Steiermark. Und wir lernten noch viel mehr den Wert dieses flüssigen Goldes schätzen, wissend wieviel Arbeit darin steckt, jeden einzelnen Öltropfen aus den Oliven zu gewinnen.
Und wer glaubt Hirsche sind ein Privileg der Alpen, der sollte am Abend in den Olivenhain schlendern und sich über den Prachtkerl wundern, der sich mit seinen Kühen in aller Ruhe über die Rinden der Oliven- und Feigenbäume hermacht.